
Der Sohn des Palisander (v. Paradox I) aus der Meduna (v. Milan) erblickte am 08.05.1995 das Licht der Welt. Ich war zu diesem Zeitpunkt 6 Jahre alt.
Während ich mein ABC in der Grundschule lernte, verlebte
Punker die ersten Lebensmonate und -jahre mit anderen Fohlen auf der Weide.
Mit 3Jahren wurde er eingeritten, mit 5Jahren startete er erste Springprüfungen
auf Turnieren. Als Pferdebegeistertes Mädchen begleitete ich meinen Cousin
mit seinen drei Pferden auf die örtlichen Turniere, mal starteten Enrico
und Balu, mal Balu und Punker, mal Enrico und Punker. Zu dieser Zeit tummelten
sich alle drei Pferde zwischen A und L Niveau.
Als Balu sein Talent auszuspielen begann, wurde er in M-Prüfungen vorgestellt.
Sein kleiner Bruder Punker und Enrico steckten dahinter zurück.
Das ein oder andere Mal brachte ich Punker vom Abreiteplatz zum Anhänger
und zurück - immer mit gehörigem Respekt vor dem "jugen wilden".
Punker kannte die Turnierplätze, die Reitplätze und die Reithallen.
Gelegentlich ritt mein Cousin den 20minütigen Weg zur Vereinshalle - nur
dann kam Punker ins Gelände.
Als wir beide im Teenageralter waren, Punker 6 jahre jung und ich 12/13, durfte ich die "großen" das ein oder andere Mal trocken reiten. Punker war nie meine Lieblingswahl ... Entweder reagierte er gar nicht, oder zu viel. Natürlich gefiel mir, dass er bei Zügelkontakt sofort den Hals runter nahm (was ich damals als *durchs Genick* verstand, heute weiß ich: es war pures Zusammenrollen) aber trotzdem hatte ich stets das Gefühl, ich säße auf einem Pulverfass.
2002 musste
ich mein Pony gehen lassen - von nun an war mein fester Sattelplatz auf den
Großen. Jetzt gehörte auch ich endlich zu den tollen jungen Damen
auf ihren chicen Warmblütern! Nur am Talent - da haperte es bei mir gewaltig.
Enrico zu reiten war einfach, er spulte sein Programm ab, Balu zu reiten war
zu anstrengend für mich und Punker ... er blieb. Irgendwann wurde ich in
seinen Sattel gesetzt und wir kämpften die erste Dressurstunde zusammen.
Von nun an folgten immer mal wieder Unterrichtseinheiten in denen ich von Balu
runter und auf Punker gesetzt wurde - immer unter den wachsamen Augen meines
Onkels. Die Nervösität im Nacken gaben Punker und ich, was wir hatten
- und das war nicht viel.
Es kam der
Herbst 2003 und ich wollte die Fuchsjagd mitreiten. Mein Cousin sollte mich
- wie immer - begleiten ich auf Enrico und er mit Punker.
Kurz vor dem Starttag zog er sich allerdings einen Bänderriss zu und ich
sollte alleine die Fuchsjagd mitreiten...
Ich beriet mit ihm, welches Pferd denn geritten werden sollte. Er war der Meinung
Enrico sei alleine für mich zu heiß/anstrengend, stattdessen würden
Punker und ich es schon packen.
Ich schluckte meine Ängste und Sorgen runter, freute mich über die
Chance und zog mit Punker los. Wir hatten noch 3 Wochen Zeit und die wollte
ich mit dem Fuchs im Gelände verbringen und ihm so viel zeigen, ich (damals
knapp 15) es konnte. Diese Wochen waren für uns beide anstrengend und nicht
selten gefährlich. Aber es schweißte zusammen und irgedwann entdeckte
ich mich, wie stolz ich war bei den kleinen Erfolgen die Punker zeigte: keine
Angst an Bahnschienen, Galopp auf dem Feld ohne Hektik, Schritt am langen Zügel
...
Tja, was
soll ich sagen? die Fuchsjagd wurde ein Erfolg!
Punker zeigte sich als absolutes Verlasspferd und lief brav mit. Allerdings
war diese riesen Gruppe für ihn wohl ein Schock, seit dem Tag klebt er
in großen Gruppen stark (an beliebigen Pferden, die dürfen dann nicht
von seiner Seite weichen).
Im August
2004 sollte ich meine erste E-Dressur reiten. Nach kurzer Rücksprache mit
meinem Cousin beschloss er, dass ich nicht nur mit Enrico sondern auch mit Punke
starten sollte. Mein Herz wusste nicht - sollte es mir jetzt vor Freude bis
an den Hals hüpfen oder doch in die Hose rutschen?
Aber wir wagten auch dieses Abenteuer und als ich mit einer Wertnote von 6,1
mit Punker nach Hause fuhr und mich darüber mehr freute als die 6,8 mit
Enrico wurde mir eins klar: Ein Erfolg macht dich nur dann glücklich, wenn
du hart dafür gearbeitet hast - und wenn dir ein guter Freund zur Seite
steht.
Punker sollte
kurz darauf verkauft werden - er hatte sich ja als tolles Pferd entpuppt mit
dem eine Teenagerin klar kommen konnte und mein Cousin hatte mit Balu und Enrico
genug zu tun.
Als man mich fragte, ob ich bei Punkers Verkaufsfotos helfen wolle, schluckte
ich den Schrecken herunter und nahm meinen Mut zusamen: Warum verkaufst du Punker
nicht an mich?
Die Antwort
war rein finanzieller Natur. Stur, zickig und dickköpfig wie Teenager mit
16 sind, ließ ich mir meine Enttäuschung nicht anmerken und suchte
trotzig nach einem neuen Pferd für mich.
Bis mich mein Onkel anrief - wieso ich denn ein Pferd suchte, Punker stünde
doch im Stall! Ja,sagte ich, aber er will ihn nicht an mich verkaufen! Mein
Onkel unterbrach mich burschikos: Ach, was! Warte mal, ich rede mit ihm!
Was dabei
genau besprochen wurde, erfuhr ich nie.
Aber am Heiligabend 2004 erfüllte sich mein großer roter Traum, von
dem ich nie gedacht hätte, ihn zu träumen.